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Terminhinweis: Ist die Wende in Sicht? Bahnzukunft in Baden-Württemberg

Mit aller Gewalt soll das Projekt Stuttgart 21 durchgesetzt werden, obwohl namhafte Experten seit Jahren auf die unzähligen Risiken hinweisen. Dabei könnte im ganzen Land mit vielen kleinen, aber effizienten Maßnahmen viel mehr für einen zukunftsfähigen Bahnverkehr getan werden als mit einem unterfinanzierten und fragwürdigen Großprojekt.
Was passiert, wenn Stuttgart 21 kollabiert? Wie sehen die Alternativen für den Bahnverkehr der Zukunft aus? Wie kann die Region Heilbronn-Franken von einer modernen Infrastruktur profitieren?

Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack

Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack

Ein Ausblick in die Bahnzukunft in Baden-Württemberg
Verkehrspolitischer Abend von Heilbronner gegen Stuttgart 21 – Aktionsbündnis für eine Bahnwende in der Region und im Land mit Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack
Montag, den 18. Juli 2011, 19 Uhr, Heilbronn, DGB-Haus
Download Flyer Prof. Bodack in Heilbronn am 18.7.2011
In einem Thesenpapier erläutert Professor Bodack zudem, warum seiner Meinung nach Stuttgart 21 in sechs Problemfeldern scheitern wird: Download Prof. Bodack: Warum Stuttgart 21 scheitern wird
Das Video mit dem gesamten Vortrag findet sich im Weblog zur Stadtbahn Heilbronn.
Auf der Seite des Heilbronner Aktionsbündnisses gibt es einen ausführlichen Bericht über den Vortrag und die Einschätzung von Professor Bodack.

Juli 13, 2011 at 9:20 nachmittags 2 Kommentare

Vielleicht ab 2012 ein bisschen mehr Zug…

“Trotz Verbesserungen gibt es Kritik” berichtet Ute Plückthun in der Heilbronner Stimme aus einer Gemeinderatssitzung in Bad Friedrichshall. Wenn 2012 die Stadtbahn Nord kommt, soll auch der Fahrplan der Frankenbahn optimiert werden. Konkretes weiß man aber nicht, was die Gemeinderäte teils verärgert: Als “richtigen Weg” und “sehr großen Erfolg” wertete Dolderer die Verhandlungen der Länder Baden-Württemberg und Bayern mit der Deutschen Bahn zur Frankenbahn, die bereits zum Fahrplanwechsel 2010/11 auf der Strecke Heilbronn-Würzburg den Einsatz von Doppelstockwagen an den Wochenenden bringen sollen. Durch den Einsatz von zwei weiteren Zugpaaren ist an Nachmittagen annähernd ein Ein-Stunden-Takt geplant. “Wenn das Regionalexpresse sind, nützt uns das gar nichts”, ärgerte sich Silke Ortwein. Kleinere Bahnhöfe wie Untergriesheim, Siglingen oder Züttlingen blieben dann weiter links liegen. Zur Verbesserung des Pendlerverkehrs forderte sie zudem einen Halb-Stunden-Takt.
Interessant ist vor allem, dass die Kosten beim Ausbau der Stadtbahn Nord schon wieder zu steigen beginnen:
Zur Kenntnisnahme hatte Bürgermeister Peter Dolderer seinem Gremium die derzeit laufende Entwurfs- und Genehmigungsplanung des Landratsamts Heilbronn zur Stadtbahn vorgelegt. Eine aktuelle Schätzung offenbart, dass die Kosten um fünf Millionen Euro von der ursprünglichen Planung abweichen: War man im Sommer 2008 noch von 57 Millionen Euro für das Projekt Stadtbahn Nord ausgegangen, sind es jetzt 62 Millionen Euro. Auslöser der Kostenerhöhung ist laut Landratsamt zum einen der aus statischen Gründen notwendige vollständige Neubau der bislang eingleisig vorgesehenen Eisenbahnüberführung in Bad Wimpfen mit zwei Gleisen. Zum anderen sei der neu zu bauende zweigleisige Streckenabschnitt zwischen der Stadtgrenze Heilbronn und dem Bahnhof Neckarsulm mit Kosten steigernden Schwierigkeiten verbunden. “Die Unwägbarkeiten hätten gleich in den Planungsprozess mit aufgenommen werden sollen”, meldete sich Horst Schulz zu Wort. Er plädierte dafür, “die Kosten festzuschreiben, sonst haben wir am Ende ein Fass ohne Boden”. Bürgermeister Dolderer gab zu, “dass es unbefriedigend verläuft”, versprach dem Gemeinderat jedoch, zur Beschlussfassung “noch vor den Sommerferien geprüfte Zahlen auf dem Tisch” zu haben.

Mai 3, 2010 at 1:29 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Ausbaumaßnahmen beschlossen

Euphorisch berichtet Herbert Kaletta in der Heilbronner Stimme vom Durchbruch bei Ausbau der Frankenbahn: Verkehrsministerin Tanja Gönner sprach von einem Meilenstein, Landrat Detlef Piepenburg von einem großen Schritt: Baden-Württemberg, die Deutsche Bahn AG und der Freistaat Bayern haben sich auf ein Finanzierungskonzept für Verbesserungen auf der Frankenbahn zwischen Heilbronn und Würzburg verständigt. Für 17,4 Millionen Euro soll die Strecke so optimiert werden, dass ab Januar 2016 die Züge im Stundentakt fahren. Die Fahrzeit wird um bis zu zwölf Minuten reduziert und auch im Regionalverkehr soll es einen dichteren Fahrplan geben. Das Land wird ab diesem Zeitpunkt 600.000 jährliche Fahrkilometer mehr ermöglichen. (…) Erste Verbesserungen habe die Bahn AG bereits zum Fahrplanwechsel 2010/11 vor. Wochentags soll es zwei weitere Zugpaare geben. Somit wäre an Nachmittagen schon annähernd der Ein-Stunden-Takt verwirklicht. Beim Wagenmaterial will die Bahn an Wochenenden moderne Doppelstockwagen einsetzen, für die Wochentage aber vorerst nicht. (…) Die Finanzierung teilt sich in 7,8 Millionen Euro, die Land und Bahn aus Nahverkehrsmitteln zur Verfügung stellen. Weitere 7,3 Millionen Euro tragen Land, Bahn und Kommunen nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz für die Infrastruktur wie den Ausbau von Bahnsteigen in den Bahnhöfen. Hier sind die Städte Möckmühl und Osterburken mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro dabei. Das Land Bayern wird für 2,3 Millionen Euro nötige Verbesserungen bei Weichenanlagen im Würzburger Bahnhof bezahlen. Der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg ist sicher, dass das Gutachten vom Sommer 2009 „positiv beeindruckt hat“. Er sprach von „gutem Willen und Konstruktivität vieler Seiten“. Das Land und Ministerin Gönner lobte er besonders. Sie habe sich der Sache „schnell und ernsthaft angenommen“. (…)
Hans-Martin Sauter, Neuenstadt, Sprecher der Bürgerinitiative 780 Frankenbahn: „Es ist erstmal eine Riesenerleichterung, dass sich doch was tut, denn wir hatten schon Befürchtungen, dass die Frankenbahn völlig auf die lange Bank geschoben wird. 2016 ist spät, aber immerhin. Wichtig wäre uns, dass der Regionalverkehr bis Osterburken schneller gestärkt wird. Spätestens wenn die Stadtbahn 2012 nach Bad Friedrichshall fährt.“

April 18, 2010 at 8:44 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Überraschung? Neues Gutachten bringt nix Neues

Nun ist also das nächste Gutachten zur Frankenbahn fertig gestellt und veröffentlicht. Für rund 15 Millionen Euro könnten die Strecke ertüchtigt und ein bisschen Fahrzeit gespart werden. Und ach, welch Überraschung: Der fünf Kilometer lange eingleisige Abschnitt zwischen Züttlingen und Möckmühl ist plötzlich gar kein Hinderungsgrund für einen Stundentakt! Der im Stuttgarter Innenministerium für den SPNV verantwortliche Staatssekretär Köberle zeigte sich von dieser Erkenntnis laut Heilbronner Stimme tatsächlich “überrascht”…

Inzwischen hat der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Gall aus Obersulm eine Anfrage zum Thema an die Landesregierung gestellt (hier das pdf). Gall fordert Aufklärung, wie es mit der Frankenbahn nun weiter gehen soll und dass das Verwirrspiel ein Ende haben muss. „Ministerpräsident Oettinger und die für dieses Thema zuständigen Minister Rech und Köberle verhalten sich wie die drei Affen: nichts sehen, nichts sagen und schon gar nicht handeln”, so Gall.

August 3, 2009 at 3:10 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Bahn verrottet, Land finanziert Manager-Flugplatz

Niederstetten, Main-Tauber-Kreis (wikipedia)

Niederstetten, Main-Tauber-Kreis (wikipedia)

Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der Region Heilbronn-Franken kritisiert scharf die einseitige Subventionierung des Luftlandeplatzes in Niederstetten im Main-Tauber-Kreis durch IHK und Steuerzahler. Angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hält es der VCD für fragwürdig, dass die Allgemeinheit immer noch den Luxus einzelner Manager und zudem das klimaschädlichste Verkehrsmittel überhaupt subventionieren muss.

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken hatte jüngst beschlossen, mit 150.000 Euro den insgesamt 4,5 Millionen Euro teuren Ausbau des Luftlandeplatzes in Niederstetten zu unterstützen. Weitere Geldgeber sind Land, Kreise, Kommunen und private Firmen. Jeder Bürger zahle mit seinen Steuern somit für das Privatvergnügen einzelner Manager.

Zum Vergleich: Für die 4,5 Millionen Euro, die der Flugplatz-Ausbau kostet, könnte man 731 mal eine BahnCard 100 für die 1. Klasse kaufen (oder 1.232 BahnCard 100 für die 2. Klasse). Die BahnCard 100 erlaubt ein Jahr lang freie Fahrt im gesamten Bahnnetz.

Oder anders gesagt: 50 Leute könnten mindestens 24 Jahre lang deutschlandweit unbegrenzt in der 2. Klasse Bahn fahren!

Die entsprechende VCD-Pressemitteilung gibt es hier.

März 28, 2009 at 2:49 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

IHK: Zweigleisiger Ausbau nicht zwingend

Schon 2007 wurde im “1. Aktionsplan 2007 zur Verkehrsinfrastruktur in der Region Heilbronn-Franken” der IHK Heilbronn-Franken (Seiten 12 bis 19) das Thema Frankenbahn ausführlich untersucht:
“Im Januar 1999 wurde das von der Deutschen Bahn AG in Auftrag gegebene Gutachten „Untersuchung der Strecke Heilbronn-Würzburg – Verbesserung des regionalen Schienenverkehrs“ von der Deutsche Eisenbahn-Consulting GmbH vorgestellt. Die Studie hat gezeigt, dass mit überschaubaren Investitionen (10 Mio. DM, Stand 1999) eine Fahrzeitverkürzung um rund 11 Minuten auf dem Streckenabschnitt Heilbronn-Würzburg möglich ist, auch ohne einen zweigleisigen Ausbau des Abschnitts Möckmühl–Züttlingen. Auch mit Nahverkehrszügen ist ein attraktiver Verkehr in Relation Stuttgart-Heilbronn-Würzburg möglich.”

Die aktuelle Fixierung auf den zweigleisigen Ausbau Züttlingen-Möckmühl und das bestellte teure Gutachten zum möglichen Streckenausbau, während gleichzeitig das Verkehrsangebot wegen NICHT bestellter Zugverbindungen vom Land Baden-Württemberg mangelhaft ist, führt in die vollkommen falsche Richtung! Auch der vermeintliche Engpass im Knoten Würzburg hat sicherlich nichts damit zu tun, dass zwischen Heilbronn und Lauda kaum Züge fahren.

Hier der IHK-Aktionsplan Pakt Zukunft 2007 zum Download (pdf, 2 MB).

September 14, 2008 at 4:20 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar


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