Kommt das vorzeitige Ende von DB Regio auf der Frankenbahn?

Heiß her geht es in jüngster Zeit auf der Frankenbahn – im wahrsten Sinne des Wortes. Inzwischen ist das Thema der überhitzten alten Doppelstockwagen ohne Klimatisierung, über die sich Pendler hier im Weblog massiv beschwert haben, auch bei der Heilbronner Stimme angekommen, nachdem sich immer mehr Fahrgäste über die unhaltbaren Zustände in den überhitzten Zügen beklagen. „Nicht mal Tiere dürften so transportiert werden“, sagte Ralf Merkle (53), Pendler aus Neckarsulm gegenüber der Heilbronner Stimme. Es herrschten Temperaturen von gefühlten 45 Grad in der Bahn, beschreibt der in Stuttgart arbeitende Anwalt die Situation. Die „Uralt-Ossi-Doppelstöcker“ machten jede Fahrt im Sommer zu Qual. Viele Fahrgäste und auch die Bürgerinitiative Frankenbahn werfen der Deutschen Bahn (DB) vor, ihre Kunden systematisch zu vergraulen – und zwar mit gezielt untragbaren Zuständen in den Zügen, berichtet der SWR. Die DB setze auf der Frankenbahn bewusst die alten Fahrzeuge ein, um es den künftigen Betreibern Go-Ahead und Abellio besonders schwer zu machen und Fahrgäste zu vertreiben.
Auch bundesweit wurden jetzt Medien auf die Frankenbahn aufmerksam, da es für die vielen Zugausfälle und den schlechten Service eine zweite Abmahnung aus dem Landesverkehrsministerium gab. In der Konsequenz kann das bedeuten, dass DB Regio mangels Zuverlässigkeit von künftigen Vergabeverfahren im Land ausgeschlossen wird. Die bevorstehenden Ausschreibungen betreffen zum Beispiel die Nahverkehrsnetze rund um Offenburg sowie um Reutlingen und Tübingen. In der ersten Jahreshälfte 2017 waren laut Ministerium nur 88,8 Prozent der Züge auf der Frankenbahn pünktlich. Der vertraglich vereinbarte Wert liege bei 94 Prozent der Züge. Auch die Zahl der Zugausfälle sei überdurchschnittlich hoch: zwischen Mitte April und Mitte Juni lag die Ausfallquote bei drei Prozent, in der Woche nach Ostern sogar bei acht Prozent. Nun droht das Land mit drastischen Konsequenzen, wie die Südwestpresse berichtet. Das Land sieht bei DB-Regio ein „Management-Problem“ und fordert einen zweiten Geschäftsführer. Sollte die DB den Auftrag für den Betrieb der Frankenbahn vorzeitig verlieren, stellt sich natürlich die Frage: Was dann? Welches Unternehmen wäre bereit, für zwei Jahre Fahrzeuge zu stellen und einen sicheren Bahnverkehr zu gewährleisten?

Zeitgleich fallen auch beim Heilbronner Stadtbahnbetreiber Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) massenweise Züge aus, weil sich ganze Scharen von Lokführern der DB plötzlich krank melden. Laut Heilbronner Stimme gab es am Donnerstag, den 6. Juli 2017 alleine 19 Zugausfälle auf der S4 zwischen Bretten, Heilbronn und Öhringen. Teile der S4 betreibt die AVG in einem Konsortium mit der DB, was konkret bedeutet, dass die DB Lokführer für die AVG-Stadtbahnen stellt. Inzwischen bestätigt sich laut Heilbronner Stimme auch, dass immer mehr Lokführer von DB Regio in andere Regionen abwandern, da sie ab 2019 wegen der verlorenen Aufträge in Baden-Württemberg keine Perspektive mehr sehen und auch nicht zu den neuen Betreibern Go-Ahead oder Abellio wechseln wollen. Auch die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet von Pendlerfrust und ständig ausfallenden Zügen auf der Frankenbahn, was wohl auch auf Personalmangel zurückzuführen sei.

Hitzewelle: Massive Kritik an nicht klimatisierten DoStos

NSU-DoSt-alt

DDR-Doppelstockwagen in Neckarsulm

Nachdem hier im Weblog Fahrgäste mit massiver Kritik auf den Einsatz der nicht klimatisierten Doppelstockwagen auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart und Neckarsulm / Bad Friedrichshall / Osterburken reagierten und angesichts der aktuellen Hitzewelle von unerträglichen Zuständen in den engen Fahrzeugen mit Temperaturen von bis zu 40 Grad im Fahrzeuginneren berichten, haben wir das Landesverkehrsministerium um eine Stellungnahme gebeten. Wie sieht das Verkehrsministerium die Situation insbesondere angesichts der aktuellen Hitzewelle? Sind Temperaturen von 40 Grad im Fahrzeuginnern ohne entsprechende Lüftungsmöglichkeiten ein gesundheitliches Risiko? Waren diese Umstände dem Ministerium bereits bekannt, als die DB ankündigte, nicht klimatisierte Doppelstockwagen einzusetzen? Wie kann hier rasch Abhilfe geschaffen werden? Hier die Antwort von Pressesprecherin Babette Waschke aus dem Stuttgarter Ministerium: Vielen Dank für ihre Anfrage und dass Sie uns die Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Es ist richtig, dass ein Teil der Zugpaare bei der RB auf der Frankenbahn mit nichtklimatisierten Doppelstockwagen gefahren wird, während der RE Stuttgart-Würzburg mit klimatisierten Dostos gefahren wird. Diese Aufteilung ist eine unternehmerische Entscheidung der DB. Es war der Wunsch vieler Fahrgäste auf der Frankenbahn, die n-wagen (Silberlinge) durch Doppelstockwagen zu ersetzen. Diesen Wunsch haben DB und Land umgesetzt. Leider waren aber zum Zeitpunkt des Auslaufens des großen Verkehrsvertrages nicht genügend klimatisierte Doppelstockwagen auf dem Markt verfügbar, so dass jetzt auch einige nicht klimatisierte zum Einsatz kommen. Es ist aber nicht zutreffend, dass diese Wagen über keine Belüftung verfügen. Sämtliche oberen Fenster im Oberdeck sind klappbar, so dass zumindest während der Fahrt eine ausreichende Durchlüftung stattfindet. Zudem waren diese Wagen jahrelang zuverlässig in Gegenden wie dem Leipziger Becken oder dem sächsischen Elbtal unterwegs. In diesen Regionen wird es im Sommer ähnlich warm wie in Baden-Württemberg. Es ist aber nichts bekannt, dass es bei den Fahrgästen dort zu Gesundheitsbeeinträchtigungen gekommen wäre. Andererseits haben diese Dostos gegenüber den n-Wagen auch Vorteile, z.B. barierrefreier Zugang und mehr Fahrradstellplätze. Eine Änderung dieser Situation ist bis zur Inbetriebnahme der Stuttgarter Netze nicht zu erwarten, da auf dem Fahrzeugmarkt auch bis dahin voraussichtlich keine weiteren klimatisierten Doppelstockwagen zur Verfügung stehen werden. Ab Dezember 2019 werden Abellio und Go-Ahead den Regionalverkehr auf der Frankenbahn mit durchgängig klimatisierten Rollmaterial übernehmen.

 

Doppelstockwagen alt und neu nun im Einsatz

Doppelstockwagen im Bhf Neckarsulm

Alte DDR-Doppelstockwagen (vorne) im Bhf Neckarsulm, ©SCRITTI

Nach einem Bericht der Heilbronner Stimme ist die Modernisierung des Fuhrparks auf der Frankenbahn nun offiziell abgeschlossen. „Wir haben nun den Endzustand erreicht, wie es im Übergangsvertrag vorgesehen ist“, wird ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) zitiert. Demnach werden nun die RegionalExpress-Züge Stuttgart – Heilbronn – Würzburg komplett mit modernen, klimatisierten Doppelstockwagen gefahren. Bei den halbstündlichen RegionalBahnen von Stuttgart nach Heilbronn und teils weiter bis Neckarsulm, Bad Friedrichshall oder Osterburken (künftig MetropolExpress) kommen laut DB je etwa zur Hälfte ältere, nicht klimatisierte Doppelstockwagen aus der ehemaligen DDR oder weiterhin Silberlinge zum Einsatz. Zwar verfügen die Doppelstockwagen über automatische Türen, einen barrierefreien Zustieg und mehr Platz für Fahrräder und Gepäck. Doch an heißen Sommertagen kann es vor allem im Obergeschoss sehr ungemütlich werden. Hier gibt es lediglich schmale Klappfenster, während man bei den Silberlingen in der Regel die Fenster richtig öffnen kann. Insgesamt sind laut Heilbronner Stimme im Neckartal und auf der Frankenbahn nicht mehr klimatisierte Wagen unterwegs als zuvor − nur anders verteilt. Das Verkehrsministerium hatte ursprünglich auch in diesem Punkt eine Verbesserung für das sogenannte Stuttgarter Netz angekündigt − allerdings nicht für konkrete Strecken, heißt es. Bis Ende 2019 gelten noch die Übergangsverträge mit der Deutschen Bahn, bevor die neuen Betreiber Go Ahead und Abellio mit nagelneuen Elektrotriebwagen auf der Frankenbahn an den Start gehen. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt der Doppelstockzüge ist, dass sich die DB künftig die Zugbegleiter sparen kann, die bisher in den Silberlingen unterwegs waren. Ein Teil der bisherigen Zugbegleiter soll angeblich zu Triebfahrzeugführern umgeschult werden. Der SWR berichtet zudem, dass es ab April 30 Zugbegleiter extra und 20 neue Loks geben soll, die den Betrieb der Frankenbahn zuverlässiger machen sollen. Angeblich seien die Züge schon pünktlicher geworden, was auch dem vom Land Baden-Württemberg eingesetzten Sonderbeauftragten Gerhard Schnaitmann zu verdanken ist. Es nun sind mobile Instandhaltungsteams unterwegs. „Wir haben Unterwegsreiniger eingesetzt, die jetzt hier regelmäßig tagsüber mitfahren. Wir haben in den Werkstätten Sonderschichten eingeführt und wir haben Kollegen aus den anderen Bundesländern bekommen, die uns unterstützen“, sagte David Weltzien, der DB Vorsitzende der Regionalleitung Baden-Württemberg gegenüber dem SWR. (mgr)

DoSto-Modernisierung bei der DB

DoSto-Modernisierung bei der DB

Update vom 6.4.2017: In einer Pressemitteilung berichtet die Deutsche Bahn über die Doppelstockwagen. Demnach investiert DB Regio Baden-Württemberg rund 23 Millionen Euro in dem Umbau der Fahrzeugflotte
 mit LED-Beleuchtung, neuen Sitzpolstern und aufgewerteten WCs. 115 Doppelstockwagen erhalten demnach ein neues Innenraumdesign. „Insgesamt haben wir 136 Doppelstockwagen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands hierher überführen können“, sagt Martin Selig, Regionalleiter Produktion DB Regio Baden-Württemberg. Zusätzlich kommen 43 Elektroloks, davon 20 fabrikneue der Baureihe 147, sowie 25 modernisierte Dieseltriebwagen der Baureihe 644 zum Einsatz. Die Arbeiten finden hauptsächlich in den DB Regio Werkstätten Freiburg und Stuttgart-Stadtpark statt. 23 Doppelstockwagen seien mit Klimaanlagen nachgerüstet worden.

Nadelöhr Bahnhof Züttlingen wird endlich ausgebaut

Frankenbahn: RE auf der eingleisigen Jagstbrücke ©wikipedia, K. Jähne

Frankenbahn: RE auf der eingleisigen Jagstbrücke © wikipedia, K. Jähne

Erfolg nach jahrelangem Einsatz der Bürgerinitiative Frankenbahn und des VCD: Der Bahnhof Züttlingen wird endlich ausgebaut und bekommt einen zweiten Bahnsteig! Das gab jetzt Landesverkehrsminister Winfried Hermann bekannt. Möglich wird dies, weil das Ministerium für Verkehr den Bau eines zweiten Bahnsteigs und die Herstellung der Barrierefreiheit des Bahnhofs bei Kosten von rund 2,5 Millionen Euro mit rund 1,3 Millionen Euro Fördermittel nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) unterstützt. Die Fertigstellung ist bereits für Ende 2017 geplant. Die Beseitigung dieses Nadelöhrs hat für den Betrieb auf der Frankenbahn entscheidende Bedeutung, da der Bahnhof Züttlingen direkt vor dem Beginn des rund 3,5 km langen eingleisigen Streckenabschnitts bis Möckmühl mit der Jagstbrücke liegt und nur einen Hausbahnsteig am Gleis Richtung Stuttgart hat. Regionalbahnen müssen daher zum Halten auf das Gegengleis fahren, was den Betriebsablauf behindert, zumal sich diese Züge dort in kurzem Abstand begegnen. Mit der Ausbaumaßnahme sollen die Fahrzeiten der Züge verkürzt und Verspätungen nicht mehr so leicht auf Züge der Gegenrichtung übertragen werden. Der neue Bahnsteig entsteht am durchgehenden Hauptgleis der Strecke in Richtung Würzburg. Der bisherige Hausbahnsteig wird ebenfalls barrierefrei ausgebaut. Ziel des Landes sei es, dass öffentliche Verkehrsmittel barrierefrei sind und künftig sichergestellt werde, dass neue oder umgebaute Anlagen bzw. Fahrzeuge barrierefrei zugänglich sind, so Hermann. Der VCD begrüßt den Ausbau des Bahnhofes Züttlingen und fordert weiterhin auch die zweigleisige Wiederherstellung der Jagstquerung, um auch diesen entscheidenden Engpass zu beseitigen. (mgr)

Weiterhin Zugausfälle und Verspätungen: VCD-Aktion für pünktliche Züge geht weiter

VCD-Aktion Pünktliche Züge

VCD-Aktion Pünktliche Züge

Weiterhin kommt es auf den Nahverkehrsstrecken rund um Stuttgart zu Verspätungen und Zugausfällen. Nach Berichten von Fahrgästen hat sich die Situation auch auf der Frankenbahn seit Oktober 2016 nicht wesentlich verbessert. „In der vergangenen Woche war die Situation wieder verheerend“, sagt Matthias Pflüger, der täglich von Besigheim nach Stuttgart fährt, in der Stuttgarter Zeitung. Auch andere Pendler berichten von mehreren Zugausfällen hintereinander.
Noch bis zum 31. Januar 2017 können Bahnkunden zumindest auf den Strecken Stuttgart – Karlsruhe und Stuttgart – Aalen mit ihrem Nahverkehrsticket auch die IC/EC-Züge der Deutschen Bahn (DB) nutzen. Dies haben die DB und das Ministerium für Verkehr jetzt bekannt gegeben. Auf der Frankenbahn ist dies jedoch nicht möglich, da es hier keinen Fernverkehr gibt. Der VCD Baden-Württemberg begrüßt die Regelung im Interesse der Fahrgäste, weist aber darauf hin, dass die Störungen und Zugausfälle nunmehr bereits seit Oktober andauern und eine signifikante Besserung nicht in Sicht ist. Daher lasse die Fortsetzung dieses Angebots der DB Regio um eine weitere Woche – wohl auch bei den betroffenen Fahrgästen – nichts Gutes ahnen. „Wir sind bei den zu beklagenden Zugausfällen immer noch auf einem Niveau, das wir nicht akzeptieren können“, bestätigt Prof. Uwe Lahl, Amtschef des Verkehrsministeriums. „Besonders jetzt, bei dem aktuell strengen Winter, müssen sich Kunden auf ihre Zugverbindungen verlassen können. Wir drängen in unserer wöchentlichen Sitzung weiterhin auf Lösungen der DB Regio, die die Nahverkehrszüge endlich wieder pünktlich und verlässlich machen.“ Der VCD führt deshalb seine Unterschriftensammlung für pünktliche Züge und die Einführung einer Entschädigungsregelung für Pendler fort. Mit ihrer Unterschrift können die Fahrgäste im Land zudem ihren Unmut darüber zum Ausdruck bringen, dass die weiterhin chaotischen Zustände im Regionalverkehr nicht hinnehmbar sind. Hier können alle Betroffenen und UnterstützerInnen online unterschreiben. Weitere Infos zur VCD-Aktion samt Unterschriftenlisten zum Herunterladen und selber sammeln gibt es auf der VCD-Webseite.

UPDATE: Auch der Obersulmer SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Gall hat das Verkehrsministerium wegen der Zustände auf der Frankenbahn kritisiert. Ständig beschwerten sich genervte Pendler in seinem Büro, so Gall in einer Pressemittteilung. Das Verkehrsministerium habe bereits Anfang Dezember versprochen, die Probleme durch eine „Taskforce“ zu lösen. Eine spürbare Verbesserung sei aber nicht zu erkennen. Die ständigen Zugausfälle und -verspätungen auf der Frankenbahn bezeichnete Gall als völlig unzumutbar.

Westfrankenbahn fährt weiter bis Ende 2031 – keine Innovationen in Sicht

Westfrankenbahn Desiro Weinsberg

Desiro der Westfrankenbahn in Weinsberg ©SCRITTI

Die DB RegioNetz Verkehrs GmbH, die Muttergesellschaft der Westfrankenbahn, hat nach Angaben des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg jetzt den rechtskräftigen Zuschlag für den Betrieb des SPNV-Netzes 11 „Hohenlohe-Franken-Untermain“ erhalten. Ab Ende 2019 soll der Stundentakt zwischen Heilbronn und Schwäbisch hall kommen. Dies werden dann die letzten von der DB erbrachten SPNV-Leistungen in der Region Heilbronn sein. Der VCD kritisiert den weiteren Einsatz von gebrauchten Dieselfahrzeugen unter elektrischer Oberleitung.
Einsprüche von unterlegenen Bietern innerhalb der Einspruchsfrist seien nicht eingegangen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Das SPNV-Netz 11 umfasst die Strecken:
Aschaffenburg Hbf – Miltenberg – Wertheim – Lauda – Crailsheim; Crailsheim – Schwäbisch Hall-Hessental – Öhringen Hbf – Heilbronn Hbf (Hohenlohebahn); Miltenberg – Walldürn – Seckach (Einzelleistungen bis Osterburken). Einzelne Züge werden auch auf der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda und von Würzburg Hbf über Lauda nach Bad Mergentheim unterwegs sein.
BaWü SPNV-Netz 11

BaWü SPNV-Netz 11

Es sollen modernisierte Gebrauchtfahrzeuge vom Typ Siemens Desiro (BR 642) fahren wie sie die DB bereits seit 1999 im Einsatz hat und die zeitweise auch auf der Hohenlohebahn verkehrten. Die Fahrzeuge sollen ein Redesign unter anderem mit Klimaanlage und kostenfreiem WLAN erhalten. Der Verkehrsvertrag läuft über 12 Jahre und endet im Dezember 2031. Die Fahrzeuge werden dann bereits gut 30 Jahre „auf dem Buckel“ haben. Der Leistungsumfang beträgt voraussichtlich rund 3,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr, davon rund 1,11 Millionen Zugkilometer pro Jahr in Bayern. Der bisherige Preis von 11,70 Euro pro Zugkilometer wird nach Angaben von Landesverkehrsminister Winfried Hermann lediglich um einen Euro auf 10,70 Euro sinken. Das ist erstaunlich wenig im Vergleich zu den Stuttgarter Netzen, wo sich der Preis durch die SPNV-Ausschreibungen mit Neufahrzeugen auf rund 6 Euro nahezu halbiert hat. Daher wird auf den baden-württembergischen Streckenabschnitten im Netz 11 das Verkehrsangebot gegenüber heute auch nur um etwa 10 Prozent ausgeweitet. Wichtigste Neuerung sind künftig wochentags tagsüber der durchgehende Stundentakt zwischen Wertheim und Crailsheim sowie auf der Hohenlohebahn zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall–Hessental, wo der schnelle RegionalExpress bislang nur zweistündlich verkehrt.
Bimodaler FLIRT UK für East-Anglia

Bimodale FLIRT-Triebwagen von Stadler könnten von Crailsheim bis ins Zabergäu fahren

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD bedauert, dass die Ausschreibung nicht zur Umsetzung von Innovationen und modernen Fahrzeugkonzepten genutzt wurde. Da die Strecke Crailsheim – Schwäbisch Hall – Heilbronn mit rund 88 Kilometer Länge bis auf die Lücke zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall durchgehend elektrifiziert ist, hält der VCD den langfristigen Einsatz von Dieselfahrzeugen aus klimapolitischen Gründen hier für problematisch. Dies gilt auch für Fahrten zwischen Würzburg und Lauda. Der VCD hat mehrfach vorgeschlagen, auf der Hohenlohebahn moderne Hybrid-Fahrzeuge mit kombiniertem Elektro-Diesel-Antrieb einzusetzen. Mit solchen bimodalen Zügen könnte dann auch von Heilbronn Hbf direkt weiter ins Zabergäu gefahren und somit die Zabergäubahn als moderne Stadtbahn Süd kostengünstig reaktiviert werden. (mgr)

Update: Die Heilbronner Stimme berichtet über Details zu den Fahrplan-Verbesserungen ab 2019. Zwischen Hessental, Öhringen und Heilbronn gilt der Stundentakt von Montag bis Freitag bis etwa 20 Uhr. Die Züge halten neu auch in Obersulm-Willsbach und werktags in Wackershofen. Gegen 22 Uhr ist eine zusätzliche Fahrt ab/bis Heilbronn im Plan. Von Hessental bis Öhringen gilt der Stundentakt bis nach 22 Uhr. Letzte Abfahrt ab Hessental ist um 22.03 Uhr statt 21.06 Uhr, letzte Abfahrten ab Öhringen statt heute 22.04 Uhr neu um 22.27 Uhr (mit Anschluss von Heilbronn, ab 22.06 Uhr) und 23.58 Uhr (Anschluss von Heilbronn, ab 23.15 Uhr).

Unterschriftenaktion gegen Zugausfälle

Die Bürgerinitiative 780 Frankenbahn hat inzwischen annähernd 2.000 Unterschriften gegen die ständigen Zugausfälle und Verspätungen auf der Bahnstrecke von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg gesammelt. Die Unterzeichner protestieren gegen die aktuellen Zustände im Bahnverkehr seit Inkrafttreten des Übergangsvertrages bis 2019 am 1. Oktober 2016. Auf der Strecke Würzburg – Heilbronn hätten zahlreiche Züge Verspätung oder fielen ganz aus, ohne dass die Fahrgäste ausreichend informiert werden, sagte Hans-Martin Sauter, VCD-Vorstand und Sprecher der Bürgerinitiative BI780 Frankenbahn dem Südwestrundfunk (SWR). „Große Probleme bereiten der Deutschen Bahn die Fahrzeuge aus anderen Bundesländern. Die hängt sie an hiesige Lokomotiven und merkt, dass die Türschließsoftware nicht funktioniert. Wenn hier Züge fahren und Türen kaputt sind und hunderte Personen ein- oder aussteigen müssen, führt das zu einem Chaos und zu einer Verspätung, die sich weiterzieht.“ Klagen höre die Bürgerinitiative ebenfalls von Seiten der Schulen: Viele Schüler würden es wegen der Frankenbahn nicht pünktlich zum Unterricht schaffen.

Info-Abend zum Bahn-Chaos mit MdL Daniel Renkonen

Info-Abend zum Bahn-Chaos mit MdL Daniel Renkonen

Dem Thema widmet sich auch ein Informationsabend des Grünen Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen unter dem Motto: „Zugausfälle – Wie geht es weiter mit der Bahn?“ am Donnerstag, den 1. Dezember 2016 um 19:30 Uhr in der Kelter, Besigheim. Am Informationsabend teilnehmen werden Gerd Hickmann (Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr beim Verkehrsministerium BW) und Birgit Schneider (Pendlerin und Mitglied des Bündnisses Mensch und Umwelt Besigheim). Auch die Deutsche Bahn, aktuell Betreiber der Regionalzüge auf der Frankenbahn, wird mit Markus Stoll (Teilnetzmanager) und Karl-Eugen Stier (Produktion & Technik) vertreten sein. Die Besucher haben nach einer kurzen Einführung die Möglichkeit, den Podiumsgästen Fragen zu stellen.
Auch die Heilbronner Stimme hat sich des Themas Frankenbahn-Chaos angenommen. Eine Pendler-Serie stellt Menschen vor, die täglich zwischen Heilbronn und Stuttgart verkehren – sei es via Bahn oder Auto. Es wird geschildert, vor welchen individuellen Problemen sie stehen und welche Veränderungen sie sich wünschen würden. Wer mitmachen möchte, bitte bei Stimme-Redakteur Adrian Hoffmann melden: adrian.hoffmann@stimme.de; Telefon 07131/615599
(mgr)

150 Jahre Frankenbahn: Ein etwas trauriges Jubiläum

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, feiert die Frankenbahn in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Genauer gesagt jener Abschnitt der Odenwaldbahn zwischen Osterburken, Lauda und Würzburg. Die Mainpost widmet sich dem Thema in einem Artikel „150 Jahre Frankenbahn“ und stellt fest: „Keine andere Bahnstrecke in unserer Region büßte in ihrer Geschichte so viele Bahnstationen ein wie die heutige Frankenbahn.“ Genau vor 150 Jahren, am 1. November 1866, wurde die Badische Odenwaldbahn mit dem Teilabschnitt Osterburken-Lauda-Würzburg feierlich eröffnet. Zum stolzen Jubiläum gibt es leider keinen Festakt. In Boxberg, Wittighausen, Königshofen und Zimmern aber gab es in diesem Jahr Ausstellungen, die an die einst hoch frequentierte Bahnstrecke mit ihren Bahn- und Güterstationen erinnerten. Laut Wikipedia entstand die Frankenbahn aus historischer Sicht im Wesentlichen aus drei unterschiedlichen Strecken: Der Abschnitt zwischen Stuttgart und Heilbronn wurde als Teil der württembergischen Zentralbahn bzw. der Nordbahn bereits zwischen 1844 und 1848 erbaut. Baden erbaute zwischen 1862 und 1866 seine Odenwaldbahn von Heidelberg über Mosbach und Osterburken nach Würzburg. Aufgrund eines zwischen Baden und Württemberg 1864 geschlossenen Staatsvertrags wurde eine Verbindung zwischen den beiden Bahnen hergestellt, die als „Untere Jagstbahn“ bezeichnet wurde. Diese wurde durch Württemberg erbaut, führte von Heilbronn über Jagstfeld nach Osterburken und wurde zwischen 1866 und 1869 eröffnet. Ab den 1960er Jahren blieb auch die Frankenbahn von den bundesweiten Rationalisierungsmaßnahmen der Bundesbahn nicht verschont. Viele Stationen wurden stillgelegt oder zu unbesetzten Haltestationen wie zuletzt der Bahnhof Lauda. Nach der Bahnreform in den 1990er Jahren wurde weiter zurück- und abgebaut, so dass es heute kaum mehr Ausweich- oder Überholgleise gibt und wenige Züge über lange Abschnitte die gesamte Strecke blockieren. Noch bis 1962 wurde die komplette Bahnstrecke von Heidelberg bis nach Würzburg als Badische Odenwaldbahn befahren. Heute gibt es keine durchgehenden Verbindungen mehr in dieser Relation, auch keine schnellen Anschlüsse von Osterburken nach Heidelberg, obwohl diese für viele Pendler und Fahrgäste nach wie vor sinnvoll wären. Vom Elend vieler Bahnstationen ganz zu schweigen. (mgr)

Frankenbahn-Chaos: DB Regio weiß offenbar nicht, wie Türen oder Kupplungen funktionieren

Mit dem Beginn der Übergangsverträge im SPNV in Baden-Württemberg zum 1. Oktober 2016 sollte eigentlich alles besser werden: Das Unternehmen DB Regio, das alle diesbezüglichen Ausschreibungen gewonnen hatte, sagte vor allem modernere Züge und einen besseren Service zu. Stattdessen müssen Fahrgäste aber seit Wochen eine massive Verschlechterung bei der Betriebsqualität im Regionalverkehr erleben, insbesondere auch auf der Frankenbahn von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg. Verspätungen, zu wenig Wagen und ganze Zugausfälle sind die Regel. Das Land sieht vor allem auf der Remsbahn und der Frankenbahn akuten Handlungsbedarf. Das Landesverkehrsministerium und die verantwortliche DB Regio haben sich nun auf einen Maßnahmenkatalog zur raschen Qualitätsverbesserung geeinigt. Wie das Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn am Mittwoch in Stuttgart in einer Pressemitteilung mitteilten, wird die DB Regio AG kurzfristig zusätzliche Zugbegleiter und Triebfahrzeugführer als flexible „Springer“ einsetzen, um im Falle von Türstörungen den Technikausfall kompensieren zu können. Zudem sicherte die DB bei dem Treffen am Dienstag zu, das Zugbildungskonzept so zu ändern, dass es zu weniger störungsanfälligen Kuppelvorgänge kommt.
Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) Baden-Württemberg begrüßt in einer Pressemitteilung die Maßnahmen und das konsequente Handeln des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. „Ein zuverlässiger und pünktlicher Regionalverkehr sollte eigentlich selbstverständlich sein und nicht erst unter Androhung von finanziellen Vertragsstrafen und „Nachsitzen“ bei den Verantwortlichen der Deutschen Bahn (DB) AG eingefordert werden müssen“, sagt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Auch wenn objektiv betrachtet, Anlaufschwierigkeiten beim Wechsel des Vertrages und des Einsatzes anderer Zugeinheiten nicht auszuschließen seien, sei damit das derzeitige Ausmaß an Verspätungen und Zugausfällen im Regionalverkehr auf den Strecken rund um Stuttgart nicht plausibel zu erklären, so Lieb. Schließlich habe ja der Betreiber nicht gewechselt, sondern sei vorher und nachher auf allen Strecken unverändert DB Regio. „Gerade im Ballungsraum Stuttgart mit der hohen Luftbelastung insbesondere durch den Individualverkehr, wo aufgrund des aktuellen Feinstaubalarms zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel aufgerufen wird, ist eine solche Negativ-Entwicklung im Schienennahverkehr ein absolutes Fiasko“, erklärt Matthias Lieb.
Verkehrsminister Winfried Hermann, MdL sagte zum anhaltenden Bahnchaos: „Wir erwarten von der DB, dass sie die Leistungen vollständig erbringt, die wir als Land bestellen und bezahlen.“ Zu diesem Zweck werden Land und DB Regio neben den täglichen Telefonkonferenzen mit der NVBW das gemeinsame Qualitätsmonitoring im wöchentlichen Rhythmus fortsetzen bis die Schwierigkeiten abgestellt sind. Im Rahmen des Gesprächs sagte die DB Regio darüber hinaus zu, auf die Stammkunden der am stärksten betroffenen Relationen mit dem Angebot einer unbürokratischen Kompensation zuzugehen. David Weltzien, Vorsitzender der Regionalleitung Baden-Württemberg der DB Regio AG, entschuldigte sich bei den betroffenen Fahrgästen und sagte zu, schnelle Lösungen und Verbesserungen zu erreichen, die sich kurzfristig auch auszahlen werden.
Die Hauptursachen für Verspätungen, Minderkapazitäten und Zugausfälle in den vergangenen drei Wochen lagen laut Deutsche Bahn in den Bereichen Fahrzeugtechnik und krankheitsbedingte Personalengpässe. So bereiten insbesondere die erst zum 1. Oktober 2016 aus anderen Teilen Deutschlands eingetroffenen neuen Zugkonfigurationen unerwartete Schwierigkeiten beim Kuppeln und beim Türschließmechanismus. Trotz umfangreicher Schulungen der Mitarbeiter fehlte es infolge der kurzfristigen Bereitstellung der Fahrzeuge, die bis zum 30. September in anderen Netzen im Regelbetrieb gebunden waren, an praktischen Erfahrungen mit den jeweiligen Zugkompositionen sowie einem einheitlichen Standard bezüglich ihres technischen Zustands. (mgr)

VCD Podiumsdiskussion am 14.6.16: E-Mobilität im Nahverkehr

Hohenlohe Elektrobus zur LaGa

Hohenloher Elektrobus zur LaGa Öhringen

Durch den Beschluss der Bundesregierung, die Anschaffung von Elektroautos direkt zu unterstützen, ist die E-Mobilität wieder ins öffentliche Blickfeld geraten. Viele Experten kritisieren diese direkten Subventionen jedoch. Die Allianz pro Schiene etwa bewertet das milliardenschwere Förderpaket als „einseitig straßenlastig, nutzlos für die Umwelt und teuer für den Steuerzahler“. So wie der Bund das Thema anpacke, gerate die Förderung von Elektromobilität zur reinen Straßenbeihilfe. Denn der Bereich, in dem Elektromobilität bereits heute problemlos umsetzbar ist, spielt in der öffentlichen Diskussion fast gar keine Rolle: Der Nahverkehr. In den letzten Jahren hat die Anzahl der Elektro-Fahrräder stark zugenommen, ohne dass die Politik und die Verkehrsplanung darauf reagiert hätten. Denn inzwischen ist auch in unserer hügeligen Gegend das Fahrrad als Verkehrsmittel immer wichtiger geworden. Auch ein anderer Bereich wird viel zu wenig beachtet: Der Busverkehr mit Elektrobussen. Dabei sitzt der Marktführer der Antriebstechnik in diesem Bereich in der Region. Und endlich wurden zur Landesgartenschau in Öhringen die ersten E-Busse in Betrieb genommen. Über diese Themen sprechen bei der vom VCD Hall-Heilbronn-Hohenlohe und der VHS Schwäbisch Hall veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema „Elektromobilität im Nahverkehr“ am 14. Juni 2016 um 20 Uhr in der VHS in Schwäbisch Hall, Salinenstraße 10:
Ralf Arnold, Geschäftsführer der Abteilung „Automotive“ der Firma Ziehl-Abegg
Ingrid Kühnel, Geschäftsführerin des Kreisverkehr Schwäbisch Hall
Dieter Wolfarth, Sprecher der Kreisverbandes des ADFC
Der VCD HHH lädt alle Mitglieder und Interessierte recht herzlich ein!