Land will Verkehrsvertrag „anpassen“

Nachdem in Baden-Württemberg bis auf die Schein-Ausschreibungen der Schwarzwaldbahn und der S-Bahn Stuttgart (DB-Konkurrenten sind wegen unkalkulierbarer Risiken alle abgesprungen) bislang praktisch keine größeren wettbewerblichen Verfahren für SPNV-Leistungen stattgefunden haben, soll nun der 2003 mit DB Regio abgeschlossene Verkehrsvertrag geändert und direkt sowie indirekt verlängert werden.
Davon wäre auch der Verkehr auf der Frankenbahn betroffen. Verhandlungen mit DB Regio laufen angeblich, dies hat das verantwortliche Innenministerium auf EU-Ebene bekannt gegeben. Pikanterweise sollen weitere Verkehre wie der RE auf der Frankenbahn (Stuttgart-Heilbronn-Würzburg) ab 2015 per Direktvergabe vergeben und nicht ausgeschrieben werden – obwohl Innenminister Rech die Ausschreibung der Frankenbahn groß angekündigt hatte
Man muss keine hellseherischen Fähigkeiten haben, um zu wissen, welches Unternehmen hier wieder einen äusserst lukrativen und sicherlich wieder überbezahlten Auftrag bekommen soll…

Mehr Infos gibt es hier bzw. im Kommentar zu diesem Eintrag.

Auch der Bahn-Report hat die Ereignisse kommentiert und wundert sich, warum all das in Baden-Württemberg still und heimlich abläuft: „Weiter mit angezogener Handbremse“

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Ein Gedanke zu „Land will Verkehrsvertrag „anpassen“

  1. http://www.oepnvwettbewerb.de berichtet:

    Baden-Württemberg: DB Regio-Verkehrsvertrag wird angepasst
    Samstag, 23 Mai 2009

    (TB/TED) Nachdem in Baden-Württemberg bis auf die Ausschreibung der S-Bahn Stuttgart bereits in den vergangenen Jahren praktisch keine größeren wettbewerblichen Verfahren für SPNV-Leistungen stattgefunden haben, soll nun der 2003 mit DB Regio abgeschlossene Verkehrsvertrag geändert und direkt sowie indirekt verlängert werden. Als Begründung werden seitens des Landes Baden-Württemberg folgende Punkte angegeben, auf das umstrittene Projekt Stuttgart 21 wird dagegen kein direkter Bezug genommen:
    Fehlende Kapazitäten des Wettbewerbsmarktes um im Oktober 2016 die auslaufenden 35 Mio Zkm p.a. aufzunehmen
    Elektrifizierung Südbahn bis Dezember 2015 (Ausschreibung für Dezember 2011 geplant)
    Ausschreibung Nordwürttemberg-Netz aufgrund „aktueller Entwicklungen“ erst zum Dezember 2016 möglich (statt Dezember 2012)

    Mit der DB Regio AG soll nun eine dreijährige Verlängerung des „großen Verkehrsvertrages“ für 3,9 Mio Zkm p.a. bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 verhandelt werden (RE Nürnberg – Schwäbisch Hall – Stuttgart, RE Schwäbisch Hall – Stuttgart, RB Backnang – Schwäbisch Hall, RE Stuttgart – Singen / Rottweil, RB Herrendorf – Bondorf).
    Aus dem Verkehrsvertrag herausgelöst und per Direktvergabe neu vergeben werden sollen folgende Leistungen im Umfang von 7,2 Mio Zkm p.a. (zzgl. optional weiterer 1,5 Mio Zkm p.a.) ab Dezember 2015:
    IRE Stuttgart – Ulm – Lindau
    RB Ulm – Laupheim Stadt – Aulendorf
    RB Friedrichshafen – Lindau
    RE Stuttgart – Heilbronn – Würzburg
    IRE Karlsruhe – Stuttgart
    RB Stuttgart – Plochingen – Geislingen – Ulm
    Nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 steigt hier das direkt vergebene Leistungsvolumen sogar auf 11 Mio Zkm p.a. (inkl. Bayern, zzgl. 1,5 Mio Zkm p.a. optionaler Leistungen).
    Im Gegenzug soll allerdings die Ausschreibung folgender Leistungen mit zusammen 4 Mio. Zkm p.a. auf Dezember 2013 vorgezogen werden, die ein Jahr später um weitere 2,7 Mio. Zkm p.a. und nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 um weitere Leistungen ergänzt werden :
    RE Mannheim – Sinsheim / Neckarelz – Heilbronn
    RB Heilbronn – Stuttgart
    RB Osterburken – Bad Friedrichshall-Jagstfeld (- Heilbronn)
    RB/RE Neckarsulm – Heilbronn – Stuttgart- Ulm
    RE/IRE Stuttgart – Aalen + RB Schorndorf – Schwäbisch Gmünd (ab Dezember 2014)
    RE Stuttgart – Tübingen (ab Dezember 2014)
    Alle anderen Leistungen des großen Verkehrsvertrages sollen zum Oktober 2016 in wettbewerblichen Vergaben neu vergeben werden. Unter diesen Rahmenbedingungen kann DB Regio nach dem Erfolg als einziger Bieter um die S-Bahn Stuttgart auch in den kommenden Jahren seine bedeutende Marktposition in Baden-Württemberg halten, da bis 2016 keine größeren Leistungsverluste drohen.

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