BUGA 2019: Kein Anschluss nach Heilbronn

Heidelberg-Hbf

Zeitweise gibt es in Heidelberg Hbf keinen Anschluss nach Heilbronn, wenn 2019 die BUGA kommt ©SCRITTI

Es bleibt dabei: Wenn in Heilbronn im Jahr 2019 von Frühjahr bis Herbst die Bundesgartenschau (BUGA) stattfindet, wird die ehemals „einzige Großstadt Deutschlands ohne Fernverkehrsanschluss“ (inzwischen sind es ja wesentlich mehr) von Norden her über die Fernverkehrsknoten Würzburg und Mannheim nur schwer auf der Schiene erreichbar sein. Busse sollen stattdessen für Ersatz sorgen. Die erst in den letzten Monaten bekannt gewordenen, geplanten Bauarbeiten der Deutschen Bahn (DB) sowohl auf der Frankenbahn als auch auf beiden Strecken zwischen Heilbronn und Heidelberg lassen sich nur bedingt verschieben. Das war das Ergebnis eines Runden Tisches im Landesverkehrsministerium in Stuttgart am 4. Oktober 2017. Dort haben sich Vertreterinnen und Vertreter des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, der Deutschen Bahn sowie der Region und der Stadt Heilbronn und der Bayrischen Eisenbahngesellschaft getroffen, um den Terminplan für die Bauarbeiten während der BUGA 2019 abzustimmen. Unter Leitung des Amtschefs im Verkehrsministeriums, Prof. Uwe Lahl, hätten alle Beteiligten ihre Argumente und Sachzwänge vorgetragen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesverkehrsministeriums. Prof. Lahl sagt: „Der Dialog verlief sehr ergebnisorientiert und die Erreichbarkeit der BUGA sowie Infrastrukturverbesserungen konnten in einem Gesamtkonzept gesichert werden.“


Demnach soll die geplante Totalsperrung auf der Elsenztalbahn zwischen Neckargemünd und Meckesheim in die Pfingstferien (10. Juni 2019 – 23. Juni 2019) verlegt werden. Die Totalsperrung im Neckartal zwischen Neckargemünd und Eberbach soll vor die BuGa vorgezogen werden. Bei der Erneuerung des Tunnel Wittighausen auf der Frankenbahn zwischen Lauda und Würzburg ist eine Verschiebung nicht möglich, allerdings wird von bayrischer Seite bis Kirchheim und nicht wie bisher nur bis Geroldshausen gefahren werden. Dies verkürzt den Abschnitt, der durch Schienenersatzverkehr bedient werden muss. Der Tunnel kann derzeit von Container-Zügen nur auf einem Gleis durchfahren werden und muss entsprechend aufgeweitet werden. Wenn 2020 die Neubaustrecke Stuttgart – Mannheim komplett für die Sanierung gesperrt wird, sollen Güterzüge unter anderem über die Frankenbahn umgeleitet werden.
Ebenfalls konnte die Baustelle von Heidelberg-Altstadt bis Neckargemünd nicht verlegt werden. Wegen des starken Schülerverkehrs müssten die Bauarbeiten zwingend in den Osterferien stattfinden, so dass die BUGA nur am Anfang betroffen sei. Für überregionale BUGA-Besucher wird das Ministerium während der Baumaßnahmen Expressbusse einsetzen. Diese speziell auf die Fernverkehrsanschlüsse in Mannheim und Würzburg ausgelegten Busse sollen direkt zum BUGA-Gelände fahren.

In einer Pressemitteilung zeigte sich der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir sind zwar nicht begeistert, aber doch grundsätzlich zufrieden“, betonten Oberbürgermeister Harry Mergel und der Geschäftsführer der BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas. Für die Stadt Heilbronn müssten in einem nächsten Schritt die Themen Qualität, Taktung, Häufigkeit des Direktverkehrs sowie das Marketing dafür besprochen werden, blickt der stellvertretende Leiter der Stabsstelle für Stadtentwicklung und Zukunftsfragen, Florian Baasch, in die Zukunft. (mgr)

 

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2 Gedanken zu „BUGA 2019: Kein Anschluss nach Heilbronn

  1. Es ist schon seltsam warum die DB Regio auf der Frankenbahn immer gleich auf Vollsperrungen zurück greift. Von Januar 2019 bis August 2019 soll die Frankenbahn erneut gesperrt werden um den Tunnel in Wittighausen zu sanieren. Ganze 8 Monate (!) Schienenersatzverkehr zwischen Lauda und Würzburg.
    Wenn man sich den letzten Schienenersatzverkehr ansieht, als die Strecke von April bis Juni 2018 ganze 8 Wochen gesperrt war, um Gleise und Weichen zu erneuern, möchte ich mir gar nicht ausmalen, in welcher Katastrophe das wieder mündet. Um es mit den Worten von Matthias Beß vom Fahrgastverband pro Bahn Main-Tauber zu sagen: … ein »Schienenersatzverkehr« mit Bussen, »den man einfach nur als Schlag ins Gesicht derjenigen bezeichnen kann, die ihn gerne benutzen würden« (Auszug eines Artikels in der Online Ausgabe der Zeitung Main-Echo vom 18.05.2018 bezogen auf die 8 wöchige Sperrung 2018).

    Dabei gebe es eine andere Möglichkeit den Umbau des Tunnels zu realisieren:
    So geschehen 2017 beim Umbau des Petersbergtunnels auf der Moselstrecke von Koblenz nach Perl. Die Voraussetzungen waren dort die selben wie beim Tunnel in Wittighausen (Verbreiterung der Röhre etc. Wobei der Tunnel in Wittighausen nur halb so lang ist) Daher kann ich nicht nachvollziehen weshalb hier die Bahn auf der Frankenbahn immer auf Streckensperrungen zurückgreift und das über 8 Monate hinweg, wenn es in anderen Bundesländern ohne Sperrungen funktioniert.

    Sollte man mal drüber nachdenken.

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