Doppelstockwagen alt und neu nun im Einsatz

Doppelstockwagen im Bhf Neckarsulm

Alte DDR-Doppelstockwagen (vorne) im Bhf Neckarsulm, ©SCRITTI

Nach einem Bericht der Heilbronner Stimme ist die Modernisierung des Fuhrparks auf der Frankenbahn nun offiziell abgeschlossen. „Wir haben nun den Endzustand erreicht, wie es im Übergangsvertrag vorgesehen ist“, wird ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) zitiert. Demnach werden nun die RegionalExpress-Züge Stuttgart – Heilbronn – Würzburg komplett mit modernen, klimatisierten Doppelstockwagen gefahren. Bei den halbstündlichen RegionalBahnen von Stuttgart nach Heilbronn und teils weiter bis Neckarsulm, Bad Friedrichshall oder Osterburken (künftig MetropolExpress) kommen laut DB je etwa zur Hälfte ältere, nicht klimatisierte Doppelstockwagen aus der ehemaligen DDR oder weiterhin Silberlinge zum Einsatz. Zwar verfügen die Doppelstockwagen über automatische Türen, einen barrierefreien Zustieg und mehr Platz für Fahrräder und Gepäck. Doch an heißen Sommertagen kann es vor allem im Obergeschoss sehr ungemütlich werden. Hier gibt es lediglich schmale Klappfenster, während man bei den Silberlingen in der Regel die Fenster richtig öffnen kann. Insgesamt sind laut Heilbronner Stimme im Neckartal und auf der Frankenbahn nicht mehr klimatisierte Wagen unterwegs als zuvor − nur anders verteilt. Das Verkehrsministerium hatte ursprünglich auch in diesem Punkt eine Verbesserung für das sogenannte Stuttgarter Netz angekündigt − allerdings nicht für konkrete Strecken, heißt es. Bis Ende 2019 gelten noch die Übergangsverträge mit der Deutschen Bahn, bevor die neuen Betreiber Go Ahead und Abellio mit nagelneuen Elektrotriebwagen auf der Frankenbahn an den Start gehen. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt der Doppelstockzüge ist, dass sich die DB künftig die Zugbegleiter sparen kann, die bisher in den Silberlingen unterwegs waren. Ein Teil der bisherigen Zugbegleiter soll angeblich zu Triebfahrzeugführern umgeschult werden. Der SWR berichtet zudem, dass es ab April 30 Zugbegleiter extra und 20 neue Loks geben soll, die den Betrieb der Frankenbahn zuverlässiger machen sollen. Angeblich seien die Züge schon pünktlicher geworden, was auch dem vom Land Baden-Württemberg eingesetzten Sonderbeauftragten Gerhard Schnaitmann zu verdanken ist. Es nun sind mobile Instandhaltungsteams unterwegs. „Wir haben Unterwegsreiniger eingesetzt, die jetzt hier regelmäßig tagsüber mitfahren. Wir haben in den Werkstätten Sonderschichten eingeführt und wir haben Kollegen aus den anderen Bundesländern bekommen, die uns unterstützen“, sagte David Weltzien, der DB Vorsitzende der Regionalleitung Baden-Württemberg gegenüber dem SWR. (mgr)

Westfrankenbahn fährt weiter bis Ende 2031 – keine Innovationen in Sicht

Westfrankenbahn Desiro Weinsberg

Desiro der Westfrankenbahn in Weinsberg ©SCRITTI

Die DB RegioNetz Verkehrs GmbH, die Muttergesellschaft der Westfrankenbahn, hat nach Angaben des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg jetzt den rechtskräftigen Zuschlag für den Betrieb des SPNV-Netzes 11 „Hohenlohe-Franken-Untermain“ erhalten. Ab Ende 2019 soll der Stundentakt zwischen Heilbronn und Schwäbisch hall kommen. Dies werden dann die letzten von der DB erbrachten SPNV-Leistungen in der Region Heilbronn sein. Der VCD kritisiert den weiteren Einsatz von gebrauchten Dieselfahrzeugen unter elektrischer Oberleitung.
Einsprüche von unterlegenen Bietern innerhalb der Einspruchsfrist seien nicht eingegangen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Das SPNV-Netz 11 umfasst die Strecken:
Aschaffenburg Hbf – Miltenberg – Wertheim – Lauda – Crailsheim; Crailsheim – Schwäbisch Hall-Hessental – Öhringen Hbf – Heilbronn Hbf (Hohenlohebahn); Miltenberg – Walldürn – Seckach (Einzelleistungen bis Osterburken). Einzelne Züge werden auch auf der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda und von Würzburg Hbf über Lauda nach Bad Mergentheim unterwegs sein.
BaWü SPNV-Netz 11

BaWü SPNV-Netz 11

Es sollen modernisierte Gebrauchtfahrzeuge vom Typ Siemens Desiro (BR 642) fahren wie sie die DB bereits seit 1999 im Einsatz hat und die zeitweise auch auf der Hohenlohebahn verkehrten. Die Fahrzeuge sollen ein Redesign unter anderem mit Klimaanlage und kostenfreiem WLAN erhalten. Der Verkehrsvertrag läuft über 12 Jahre und endet im Dezember 2031. Die Fahrzeuge werden dann bereits gut 30 Jahre „auf dem Buckel“ haben. Der Leistungsumfang beträgt voraussichtlich rund 3,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr, davon rund 1,11 Millionen Zugkilometer pro Jahr in Bayern. Der bisherige Preis von 11,70 Euro pro Zugkilometer wird nach Angaben von Landesverkehrsminister Winfried Hermann lediglich um einen Euro auf 10,70 Euro sinken. Das ist erstaunlich wenig im Vergleich zu den Stuttgarter Netzen, wo sich der Preis durch die SPNV-Ausschreibungen mit Neufahrzeugen auf rund 6 Euro nahezu halbiert hat. Daher wird auf den baden-württembergischen Streckenabschnitten im Netz 11 das Verkehrsangebot gegenüber heute auch nur um etwa 10 Prozent ausgeweitet. Wichtigste Neuerung sind künftig wochentags tagsüber der durchgehende Stundentakt zwischen Wertheim und Crailsheim sowie auf der Hohenlohebahn zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall–Hessental, wo der schnelle RegionalExpress bislang nur zweistündlich verkehrt.
Bimodaler FLIRT UK für East-Anglia

Bimodale FLIRT-Triebwagen von Stadler könnten von Crailsheim bis ins Zabergäu fahren

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD bedauert, dass die Ausschreibung nicht zur Umsetzung von Innovationen und modernen Fahrzeugkonzepten genutzt wurde. Da die Strecke Crailsheim – Schwäbisch Hall – Heilbronn mit rund 88 Kilometer Länge bis auf die Lücke zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall durchgehend elektrifiziert ist, hält der VCD den langfristigen Einsatz von Dieselfahrzeugen aus klimapolitischen Gründen hier für problematisch. Dies gilt auch für Fahrten zwischen Würzburg und Lauda. Der VCD hat mehrfach vorgeschlagen, auf der Hohenlohebahn moderne Hybrid-Fahrzeuge mit kombiniertem Elektro-Diesel-Antrieb einzusetzen. Mit solchen bimodalen Zügen könnte dann auch von Heilbronn Hbf direkt weiter ins Zabergäu gefahren und somit die Zabergäubahn als moderne Stadtbahn Süd kostengünstig reaktiviert werden. (mgr)

Update: Die Heilbronner Stimme berichtet über Details zu den Fahrplan-Verbesserungen ab 2019. Zwischen Hessental, Öhringen und Heilbronn gilt der Stundentakt von Montag bis Freitag bis etwa 20 Uhr. Die Züge halten neu auch in Obersulm-Willsbach und werktags in Wackershofen. Gegen 22 Uhr ist eine zusätzliche Fahrt ab/bis Heilbronn im Plan. Von Hessental bis Öhringen gilt der Stundentakt bis nach 22 Uhr. Letzte Abfahrt ab Hessental ist um 22.03 Uhr statt 21.06 Uhr, letzte Abfahrten ab Öhringen statt heute 22.04 Uhr neu um 22.27 Uhr (mit Anschluss von Heilbronn, ab 22.06 Uhr) und 23.58 Uhr (Anschluss von Heilbronn, ab 23.15 Uhr).

Weg frei für neuen Bahnservice auf der Frankenbahn

FLIRT im Landesdesign von GoAhead

FLIRT-Züge im Landesdesign von GoAhead fahren von Stuttgart bis Würzburg

Nachdem das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe das Urteil der Vergabekammer Baden-Württemberg zur Ausschreibung im Stuttgarter Netz am 29.4.2016 bestätigt und damit den Einspruch der Deutschen Bahn (DB) abgewiesen hat, können die Vorbereitungen für die Betriebsaufnahme durch die Ausschreibungsgewinner anlaufen. Ab 2019 sollen die Strecken (Tübingen –) Stuttgart – Heilbronn – Mannheim / Osterburken (Los 1) von Abellio und die Strecke Stuttgart – Heilbronn – Lauda – Würzburg (Los 3) von Go Ahead jeweils stündlich mit neuen, modernen Elektrotriebwagen vom Typ Bombardier TALENT 2 beziehungsweise Stadler FLIRT betrieben werden.
In einer Pressemitteilung zeigt sich Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann erfreut über die OLG-Entscheidung zur Vergabe im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im sogenannten Stuttgarter Netz (Netz 1). „Nach diesem Gerichtsbeschluss besteht endlich Klarheit, dass die Entscheidung des Landes korrekt war, den Zuschlag den Bietern Abellio und Go Ahead erteilen zu wollen und die Deutsche Bahn in diesem Netz wegen Angebotsfehlern bei den Mindestkriterien aus dem Wettbewerb auszuschließen. Nun können die Verträge unterzeichnet und die neuen Verkehrsleistungen angegangen werden. Für die Fahrgäste heißt das: viele Verbesserungen im zukünftigen regionalen Schienenverkehr.“
ABELLIO Talent BaWü innen

Abellio wird auf seinen Strecken moderne Triebwagen vom Typ Talent 2 einsetzen.

In allen drei Losen des Stuttgarter Netzes kommen, neben weiteren Verbesserungen, barrierefreie und voll klimatisierte Neufahrzeuge zum Einsatz. Diese verfügen über ausreichende Kapazitäten zur Fahrradmitnahme und kostenloses WLAN. Zum Zuge kommt dabei jeweils das sogenannte BW-Modell, bei dem die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) Eigentümerin der Fahrzeuge wird und diese an Abellio und Go-Ahead zurückverpachtet.
Zuvor hatte das Gericht eine entsprechende Entscheidung der Vergabekammer beim Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigt. Demnach ist die vorgesehene Vergabe an die Bahnunternehmen Go-Ahead und Abellio sowie der Ausschluss der DB Regio wegen der Nichteinhaltung von Vergabekriterien rechtmäßig. Das Oberlandesgericht hat in letzter Instanz entschieden. Damit ist das Urteil rechtskräftig und nicht mehr anfechtbar.
Nach der Vergabemitteilung des Landes vom 17. November 2015 sollte der zur niederländischen Abellio-Gruppe gehörende Abellio Rail Südwest GmbH das Los 1 und der Go Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH, der deutschen Tochter des britischen Unternehmens Go-Ahead, die Lose 2 und 3 zugeschlagen werden. Nach der Entscheidung des OLG wird der Zuschlag an Abellio und Go-Ahead nun am 9. Mai 2016 erfolgen.
Bei dem Wettbewerbsverfahren lagen die Angebote aller sieben Bieter für das besonders lukrative Stuttgarter Netz 1 sehr eng beieinander. Die angebotenen Preise führen dazu, dass sich der Zuschussbedarf je Zugkilometer gegenüber dem großen Verkehrsvertrag von 2003 zukünftig halbiert. Für diesen bezahlt das Land derzeit 11,69 Euro je Zugkilometer. (pm/mgr)

Hier gibt es in einer Übersicht ergänzende Informationen zum Stuttgarter Netz als pdf.

Mehr Infos zu den Fahrzeugen und deren Ausstattung.

Interessante Fragen und Antworten rund um das Vergabeverfahren Stuttgarter Netz finden sich zudem auf den Seiten des Verkehrsministeriums.

Änderungen zum Fahrplanwechsel auf der Frankenbahn

In einer aktuellen Pressemitteilung erläutert die Deutsche Bahn die Änderungen zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 in Baden-Württemberg im Detail. Größte landesweite Änderung ist die Verschiebung der Taktlage der IC-Verbindung Stuttgart – Singen – Zürich um 30 Minuten, was auf dieser Relation auch den gesamten Nahverkehr tangiert. Zur Frankenbahn (KBS 780) Stuttgart–Heilbronn–Mosbach-Neckarelz / Osterburken–Würzburg heißt es unter anderem:
– Die RB 19141 Neckarsulm (18.20 Uhr)–Stuttgart (19.15 Uhr) hält montags bis freitags zusätzlich in Heilbronn Sülmertor (ab 18.23 Uhr), damit ergeben sich für viele Studierende zeitnahe Fahrtmöglichkeiten in Richtung Stuttgart.
– Der RE 4920 Stuttgart–Heilbronn (neu an 5.35/ab 5.36 Uhr)–Würzburg (an 7.24 Uhr) startet zwei Minuten früher in Stuttgart (um 4.50 Uhr) und hält an Montagen bis Freitagen zusätzlich in Neckarsulm Nord. Dies ermöglicht vielen Audi-Mitarbeitern aus Richtung Bietigheim-Bissingen eine weitere attraktive Fahrtmöglichkeit ohne Umstieg.
Weitere Änderungen gibt es im Bereich Frankenbahn und Tauberbahn (KBS 780/782) Würzburg/Wertheim–Lauda–Bad Mergentheim–Crailsheim.

Fernzug auf Frankenbahn soll kommen – Der Schnellzug beklagt Behinderung durch AVG

Der Schnellzug Streckennetz

Das geplante Streckennetz mit Heilbronn als Knoten von Der Schnellzug.de

Um der Konkurrenz durch Fernbusse etwas entgegenzusetzen, wollte der private Fernzug-Betreiber Der Schnellzug.de mit Sitz in Heilbronn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 den Heilbronner Hauptbahnhof wieder zu einem Fernverkehrsknoten machen und mit der Linie D2 von Karlsruhe über Heilbronn und Schwäbisch Hall nach Dresden fahren. Sie sollte die Linie D1 von Stuttgart über Heilbronn nach Bremen und Hamburg ergänzen. Doch laut einer aktuellen Pressemitteilung verhindere der Karlsruher Stadtbahn-Betreiber Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) dies angeblich bislang im Abschnitt bis Heilbronn. Grund hierfür: Derschnellzug.de könne keinen Fernverkehr auf Gleisen der privaten Infrastruktur der AVG zwischen Grötzingen und Heilbronn durchführen. Der AVG fehle die entsprechende Sicherheitsgenehmigung nach Allgemeinem Eisenbahngesetz (AEG), die es erlauben würde, dass Fernverkehr auf ihren Gleisen fahren könnte. Dies habe die AVG lange Zeit verschwiegen. Der private Betreiber wirft der AVG Verzögerungstaktik vor und unterstellt indirekt, dass man in Karlsruhe den neuen Fernverkehr bewusst behindern wolle. Der „Fernverkehr in Heilbronn bleibe weiter auf der Strecke“, so derschnellzug.de: „Mit der Umsetzung des Konzeptes wäre es nach rund 15 Jahren wieder möglich gewesen, ein solides Fernverkehrsangebot nach Heilbronn zu bringen. Mit den sich kreuzenden Linien und den untereinander abgestimmten Anschlüssen zwischen den Linie D1 und D2 hätte Heilbronn im Jahr 2016 wieder direkten Anschluss mit Fernzügen an Städte wie Nürnberg, Dresden, Hannover, Bremen und Hamburg.“ Da das Konzept davon lebe, aktiv die Kraichgaubahn zwischen Karlsruhe und Heilbronn einzubinden, sei es nun nicht mehr möglich, ein entsprechendes Angebot zu gestalten. Daher werde aktuell geprüft, wie die Linie D2 im Jahr 2016 auf die Strecke geschickt werden könne. Derschnellzug.de beabsichtige, eine Diskriminierungsbeschwerde einzureichen und arbeite weiter daran, im Jahr 2017 wieder durchgehenden Fernverkehr ins Kraichgau und Hohenloische zu bringen. Weitere Details dazu in einem Hintergrundpapier zur aktuellen Pressemitteilung.

Der Hanse-Express kommt: Neuer privater Schnellzug Stuttgart-Heilbronn-Hamburg

Fahrplan Hanse-Express

Fahrplan des Hanse-Express ab 2.4.15

Wie die Heilbronner Stimme (online nur gegen Bezahlung) heute groß berichtet, soll Heilbronn plötzlich und unerwartet ab 2. April 2015 eine neue Fernzugverbindung erhalten. Der private „Hanse-Express“ verkehrt ab Gründonnerstag mit Abteilwagen zwischen Stuttgart, Heilbronn, Würzburg und Hamburg. Zunächst nur mit einzelnen Verbindungen am Wochenende. Ein Ticket Heilbronn – Hamburg kostet 65 Euro. Abfahrten Richtung Hamburg ab Heilbronn sind aktuell:

2.4.15 um 15:13 Uhr, 3.4.15 um 8:13 Uhr, 5.3.15 um 23:13 Uhr, 6.3.15 um 23:13 Uhr.
Abfahrten Richtung Stuttgart ab Heilbronn sind aktuell: 3.4.15 um 6:18 Uhr, 5.4.15 um 21:13 Uhr, 6.4.15 um 21:13 Uhr, 7.4.15 um 15:13 Uhr.
Interessant dabei: Die Fahrzeit nach Stuttgart beträgt lediglich 34 Minuten bei einem Stopp in Bietigheim! Der Zug fährt dabei in etwa in der Fahrplantrasse des RegionalExpresses von Würzburg. Das Ticket Heilbronn – Stuttgart kostet 10 Euro.
Nach Würzburg dauert es 1 Stunde und 20 Minuten. Der Zug fährt dabei etwa eine halbe Stunde versetzt zum RE und hält nur in Lauda. Die Normalfahrkarte kostet 25 Euro, was teurer ist als das BaWü-Ticket. Fernbusse fahren auf der Relation ab 5 Euro.
Über die eingesetzten Fahrzeuge ist derzeit noch nichts bekannt. Die Rede ist von „Abteilwagen“. Das Unternehmen hat seinen Sitz laut Homepage in Heilbronn. Einen kleineren Bericht dazu gibt es auch im Weblog Bahn Im Bild. Man darf gespannt sein, ob ein weiteres Experiment, einen eigenwirtschaftlichen Fernverkehrszug dauerhaft zu etablieren gelingt. Erst zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2014 hat Veolia Verkehr den Fernzug InterConnex zwischen Leipzig, Berlin und Rostock nach zwölf Jahren eingestellt. Als Gründe wurden die starke Konkurrenz durch parallel fahrende Fernbusse sowie die exorbitant hohen, an die Deutsche Bahn zu zahlenden Trassen- und Stationsgebühren genannt. Derzeit verkehrt nur noch der Hamburg-Köln-Express (HKX) eigenwirtschaftlich täglich zwischen Hamburg und Köln. Um die Auslastung zu verbessern, geht der HKX nun eine Kooperation mit der Deutschen Bahn ein, damit Nahverkehrstickets im HKX anerkannt und zudem deutschlandweit durchgehende Tickets mit dem HKX angeboten werden können.

VCD-Stammtisch zum Thema Stadtbahn Nord

Am Donnerstag, den 20. Februar 2014, findet wieder der monatliche VCD-Stammtisch für Mitglieder und Freunde des VCD in Heilbronn statt. Auch aus aktuellem Anlass ist das Thema die neue Stadtbahn Nord. Es haben jeweils ein Vertreter des Betreibers, der Karlsruher Albtalverkehrsgesellschaft, sowie ein Vertreter der Stadtwerke Heilbronn ihr Kommen zugesagt, um über den Start und die Zukunft der neuen S42 zu diskutieren.
Treffpunkt für den VCD-Stammtisch ist jeweils der dritte Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr im Nebenraum des Café Genusswerkstatt, Rauchstraße 3. Dort gibt es auch etwas zu essen. Anfahrt mit der Buslinie 11 bis Haltestelle Neckarsulmer Straße oder mit der S 42 bis Haltestelle Technisches Schulzentrum (Sülmertor).

Gäubahn-Intercity künftig bis Würzburg?

RE der DB unterwegs auf Gäubahn, ©wikimedia

Das Verkehrsministerium von Baden-Württemberg hat kürzlich ein neues Fahrplankonzept für die Gäubahn vorgestellt. Wettbewerber der Deutschen Bahn (DB) dürften davon nicht besonders begeistert sein. Die Planung sieht ab Dezember 2017 stündliche umsteigefreie Intercity-Verbindungen zwischen Stuttgart und Zürich und damit eine Verdopplung des heutigen Fernverkehrsangebots vor. Um dies zu ermöglichen, verzichtet das Land auf die Ausschreibung der heutigen RegionalExpress-Leistungen auf der Gäubahn und beteiligt sich stattdessen an der Finanzierung des DB-Fernverkehrs. Fahrgäste können im Gegenzug die stündlichen IC-Verbindungen mit neuen Doppelstockwagen von/bis Singen mit Nahverkehrstickets nutzen. Die IC-Züge steuern künftig in Zürich den Taktknoten zur Minute :30 an und nicht mehr wie heute zur Minute :00. Dadurch kommt es in Stuttgart zu Abfahrtzeiten zu den Minuten :17 bzw. :29 und Ankunft zur Minute :32 bzw. :43.
(Hier dazu die Fahrplan-Übersicht als pdf.)
Der VCD hält es für überlegenswert zu prüfen, ob man dieses Konzept auch auf die Relation Stuttgart – Heilbronn – Würzburg (– Fulda) ausdehnen kann. Dies könnte unter Umständen die letzte Chance sein, die Region Heilbronn-Franken an den Schienenfernverkehr anzubinden. Allerdings bliebe ein solches Konzept zwangsläufig nicht ohne Kritik:
– Ein Konzept mit vom Land subventioniertem Fernverkehr bedeutet de facto die Abschaffung des Wettbewerbs im Nahverkehr, da das Land ohne Ausschreibung Nahverkehrsmittel direkt an die DB bezahlt
– Dies ist vergaberechtlich bedenklich und es ist fraglich, ob dies mit EU-Gesetzgebung und Vergaberecht vereinbar ist. Wettbewerber könnten dagegen klagen.
– Die DB erhält so ohne Not ein weitreichendes Monopol und kann schon nach wenigen Jahren den Preis für diese Leistungen in die Höhe schrauben bzw. über die Nahverkehrs-Zuschüsse ihren (defizitären) Fernverkehr weiter subventionieren
– Die Frankenbahn fährt heute auf den Taktknoten :30 in Würzburg und in Stuttgart auf den Taktknoten :00. Ohne lange Standzeiten in Stuttgart ist eine Durchbindung Gäubahn – Würzburg nicht möglich. Ansonsten würde man in Stuttgart die Fernverkehrsanschlüsse verlieren
– Anders als auf der Gäubahn macht auf der Frankenbahn eine solche Kombination Nah-/Fernverkehr wenig Sinn, da es heute keinen Fernverkehr gibt. Es ist davon auszugehen, dass die Nahverkehrsleistungen ausgeschrieben werden müssen.

VCD fordert mehr Qualität im Nahverkehr

VCD-Pressemitteilung: Der ökologische Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der Region Heilbronn-Franken präsentiert Vorschläge für einen besseren Schienenverkehr im Heilbronner Land. Der VCD fordert unter anderem schnellere Verbindungen nach Stuttgart und Mannheim, bessere Anschlüsse zum Fernverkehr in Würzburg und Mannheim sowie eine dichtere Taktung im S-Bahnverkehr und den schnellen Ausbau des Heilbronner S-Bahnnetzes. Um Steuergelder nicht weiterhin zu verschwenden und einen effizienten und zielgerichteten Einsatz der vorhandenen finanziellen Mittel zu gewährleisten, fordert der VCD eine baldige Ausschreibung des gesamten Öffentlichen Verkehrs in der Region inklusive der S-Bahnverkehre mit Zweisystem-Stadtbahnen.
Die gesamte Pressemitteilung gibt es hier: VCD-PM-1005-Regionalverkehr
Ein ausführlicheres Konzept findet sich hier: 2010-VCD-ÖV-HN-Konzept

Stadtbahn wird teurer und kommt erst 2013

Wie die Stadt Heilbronn in einer Pressemitteilung bekannt gab, verzögert sich der Start der Stadtbahn Nord um ein weiteres Jahr. Begründung: Da sowohl Planfeststellungsverfahren als auch Leitungsarbeiten mehr Zeit als vorgesehen brauchten, verschiebt sich der geplante Termin der Inbetriebnahme um ein Jahr auf Ende 2013. Der Termin korrespondiert mit dem Fertigstellungstermin der anschließenden Landkreis-Strecke Richtung Neckarsulm-Sinsheim/Mosbach.
Mehr Infos dazu im Weblog zur Stadtbahn Heilbronn